Pressefreiheit für Baku

"Eine Party an sich ist etwas Gutes, aber..."

Khadija Ismayilova. Foto: RFE/RL

"Ein Land, das dem Eurovision Song Contest eine freie Meinungsäußerung garantiert, eine absolute Freiheit und ein aufgeräumtes Land, sollte auch den eigenen Leuten die freie Meinungsäußerung erlauben und zugestehen. Hier gibt es zum Beispiel einen Rocksänger, der von den lokalen Rockklubs verbannt würde, weil der Regierung nicht passt, worüber er singt. Autoren sind hier in Gefahr wegen ihrer Texte. Wenn sie zu kritisch sind oder als zu kritisch gelten, geraten sie in Gefahr, Journalisten sind im Gefängnis. Es gibt einen allgemeinen Mangel an Freiheit in jeder Lebensform, und insofern empfinde ich es als unpassend, den Eurovision Song Contest hier auszutragen. Eine Party an sich ist etwas Gutes, aber sie widerspricht der Realität im Land."

Das Zitat stammt aus einem Interview, das Khadija Ismayilova am 16. Februar 2012 dem Deutschlandradio Kultur gegeben hat. Das komplette Interview finden Sie Opens external link in new windowhier.

Die Journalistin Khadija Ismayilova aus Baku ist eine der mutigsten und wichtigsten investigativen Journalisten in Aserbaidschan. Sie schreibt für verschiedene Zeitungen und arbeitet für Rundfunkstationen, u.a. moderiert sie eine Sendung im RFE/RL Internetradio. Sie berichtet über Korruption, Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet. 2012 erhält sie den Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas. Anfang März 2012 erhielt sie Opens external link in new windowDroh- und Erpressungsbriefe, die vermutlich im Zusammenhang mit ihren Nachforschungen zu den Geschäften des Alijew-Clans stehen. Reporter ohne Genzen hat zu der Kampagne gegen Ismayilova am 15. März 2012 eine Opens external link in new windowPressemitteilung veröffentlicht.